Realitätscheck Künstliche Intelligenz in der Medizin

11. Sep 2019

Der Zukunftskongress rlp_vernetzt: Gesundheit diɢital der ZIRP am 3. und 4. September 2019 im Kurfürstlichen Schloss in Koblenz verfolgte das Ziel, die Relevanz digitaler Lösungen in Medizin und Gesundheitswirtschaft für Rheinland-Pfalz zu verdeutlichen.

Die Chancen der „Künstlichen Intelligenz“ (KI) in der Medizin waren dabei ein zentrales Thema.

In einer der Sessions am ersten Kongresstag stellte Albert Hirtz, Geschäftsführer der apoplex medical technologies und Mitglied des Vorstands von InnoNet HealthEconomy e.V. in seinem Vortrag die Schlaganfall-Prävention mittels KI in der Klinik und der Praxis – eine E-Health Lösung aus Rheinland-Pfalz vor.

Zur Einleitung klärte er zunächst über den Schlaganfall-Risikofaktor "Vorhofflimmern" auf, beleuchtete die bisherigen Methoden und Erfolgsraten bei der Diagnose von Vorhofflimmern, um dann die Chancen der mit intelligenten Algoríthmen arbeitenden Schlaganfall-Risiko-Analyse (SRA®) vorzustellen. Die SRA®, die das Unternehmen apoplex anbietet, sucht in Langzeit-EKGs nach Vorhofflimmern und erhöht die Detektionsrate von neu zu diagnostizierendem Vorhofflimmern erheblich.

Genauso beeindruckt wie von den Erfolgen der KI-unterstützten Anwendung waren die zahlreichen Zuhörer aber auch von den Hürden der Produktzulassung, die Herr Hirtz aus Sicht eines Unternehmers beschrieb. Sehr deutlich machte er klar, dass ein Produkt, eine Anwendung, die auf der Basis von KI arbeitet, zwar nach einer entsprechenden Evaluierung der Ergebnisse für den Markt zugelassen werden kann, danach aber nicht mehr lernen darf.  Die Zulassung gilt nur für den zu diesem Zeitpunkt gültigen Status Quo. Damit zeigte er als einer von wenigen Referenten der zweitägigen Tagung auch die Grenzen der KI in der realen Welt der medizinischen Anwendung auf.

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